Kindergarten St. Stephanus der Kath. Kirchengemeinde St. Josef Hollage
Von November 2005 bis Februar 2006 haben wir für unseren Kindergarten ein Leitbild erstellt. Familiäre Lebenszusammenhänge, Werthaltungen und Glaubensbezüge ändern sich und wirken sowohl in die Einrichtungen als auch in die Kirchengemeinden hinein.
Zusammen mit Mitgliedern aus dem Kirchenvorstand und dem Pfarrgemeinderat und mit dem Kindergartenteam haben wir Aussagen darüber getroffen, was uns in unserer Arbeit mit den Kindern und ihren Familien leitet.
1. Unser christliches Menschenbild
In unserer Arbeit mit den Kindern gehen wir vom christlichen Menschenbild aus: Jeder Mensch ist einmalig, er ist von Gott gewollt und geliebt und hat daher seine Würde. Jedes Kind braucht deshalb die ihm gemäße Aufmerksamkeit und wird so in seiner Einmaligkeit und Würde ernst genommen. Auf Kinder mit Behinderung legen wir ein besonde-res Augenmerk; sie leben in unserem Kindergarten mit nicht behinderten Kindern zusammen (Integration). Für unsere Arbeit im Kindergar-ten bedeutet das, dass wir aus christlicher Motivation heraus Werte wie Nächstenliebe, Vertrauen, Verantwortung, Solidarität, Rücksichtnahme, Akzeptanz und Toleranz den Kindern vorleben und mit ihnen praktizieren.
Das Stephanus-Emblem über unserer Eingangstür, Kreuze in allen Räumen, die Jesus-Kerze in jeder Gruppe, kirchenjahreszeitliche Gestaltung, Tisch- und Geburtstagsgebete, Gottesdienste und verschiedene religionspädagogische Übungen helfen uns, unseren Glauben miteinander zu leben. Damit das alles gelingen kann, stehen wir in engem Kontakt und Austausch mit der Kirchengemeinde.
2. Der pastorale Auftrag des Kindergartens
Unser Kindergarten ist offen für alle Kinder und Familien des Einzugsgebietes, unabhängig von Herkunft, Nationalität, sozialer Stellung und Konfession. Das Kind steht im Zentrum unserer pädagogischen Arbeit. Das heißt, dass wir die Lebenswelt von Kindern und Familien wahrnehmen, uns damit auseinandersetzen und uns daran orientieren. Wir entwickeln dementsprechende Kindergartenangebote, die eine ganzheitliche Erziehung und Förderung der Kinder ermöglichen und die Familien stärken und entlasten. Besonders solidarisch sind wir mit Kindern, die in ihrer Entwicklung gefährdet sind und mit Kindern, die eine Behinderung haben.
Der pastorale Auftrag besteht darin, den Kindern und deren Familien den christlichen Glauben zu eröffnen, Glaubenserfahrungen zu ermöglichen und gelebten Glauben in der Gemeinde zu erfahren.
Wir bieten Beratung, Begleitung und Unterstützung für die Eltern in ihren unterschiedlichen Familienstrukturen. Wertschätzung für die Familie, Achtung, Akzeptanz und Toleranz prägen den Umgang mit den Müttern und Vätern. Elterngespräche, Elternabende, Hospitationen, der Elternbeirat, der Förderverein und unsere Gottesdienste, zu denen die Eltern eingeladen werden, helfen uns dabei.
Wir versuchen das dadurch zu erreichen, dass wir unterschiedliche Begegnungsmöglichkeiten für Familien und Gemeinde schaffen z. B. durch Elternabende, Elterngespräche, Wortgottesdienste mit anschl. Elterntreffen, Gruppenfeste, Großelternnachmittage, Besuche im Altenpflegeheim der Kirchengemeinde und gelegentliche Elternbesuche zu Hause.
3. Unsere Sichtweise vom Kind
„Alle Menschen werden als Originale geboren, die meisten sterben (leider) als Kopie.“ - Wir sehen in jedem Kind ein von Gott gewolltes Original. Kinder haben ihre speziellen Fähigkeiten, Eigenarten und Begabungen, sind beziehungsfähig und gleichzeitig auf Beziehungen zu anderen Kindern und Erwachsenen angewiesen. Sie sind lernfähig, lernbedürftig, phantasievoll, kreativ, liebebedürftig, spontan, neugierig und
auf der Suche.
Wir nehmen die individuellen Bedürfnisse und Ideen der Kinder ernst, greifen sie auf und fördern sie entsprechend. Dabei sind Zeit, Zuwendung und Anerkennung die grundlegende Voraussetzung für eine positive Entwicklung. Die Kinder erleben so Freiräume, aber auch Grenzen, innerhalb derer sie Erfahrungen sammeln.
In unserem Kindergartenalltag arbeiten wir in festen Gruppen, aber auch Gruppen übergreifend. Die Gruppenräume sind funktionsorientiert eingerichtet (Kreativbereich, Bewegung und Wahrnehmung, Kindercafé, Außenspielbereich), so dass es noch besser möglich ist, auf die individuellen Bedürfnisse und Ideen der Kinder einzugehen und sie zu fördern.
4. Zusammenarbeit mit Müttern und Vätern
Wir nehmen nicht nur das christliche Familienbild als ideal wahr, son-dern tolerieren auch andere Lebenswirklichkeiten. Die Familie ist immer noch wichtigster Ort des Angenommenseins, der Wertevermittlung und der Erziehung im christlichen Glauben. Wir unterstützen und ergänzen die Erziehung innerhalb der Familie, um den Kindern bei der Bewältigung ihrer jetzigen und zukünftigen Situation zu helfen.
5. Unsere Mitarbeiter/innen
Um die Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern und die Eltern in der Erziehung zu unterstützen, arbeiten in unserem Kindergarten qualifizierte Mitarbeiterinnen. Ein Heilerziehungspfleger stellt sicher, dass Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf adäquat betreut werden. Neben fachlichen, pädagogischen Qualifikationen der Erzieherinnen sind die Weitergabe des gelebten Glaubens sowie dessen kindgerechte Vermittlung von Bedeutung. Unsere Mitarbeiter/innen informieren die Eltern über religiöse Zielsetzungen unserer Arbeit und lassen sie daran teilhaben.
Das zeigt sich konkret darin, dass die Mitarbeiter/innen sich mit Glaubensfragen auseinandersetzen, sich im Glauben fortbilden, z.B. durch verstärkte spirituelle Begleitung durch die hauptamtlichen Mitarbeiter des Trägers, und eingebunden sind in die Glaubensgemeinschaft einer (katholischen) Kirchengemeinde.
6. Unsere Leitung
Zusätzlich zu dem, was unsere Mitarbeiter/innen auszeichnet, ist unsere Leitung Bindeglied zwischen Team und Träger und repräsentiert den Kindergarten in der Öffentlichkeit. Sie versteht sich als Ansprechpartnerin für die Eltern und andere Einrichtungen und ist offen für deren Wünsche und Anregungen. Dazu gehört auch vorausschauende Planung und die Weiterentwicklung des Kindergartens in Konzeption und Qualitätsmanagement.
7. Unser Träger
Die katholische Kirchengemeinde St. Josef als Träger des Kindergartens zeichnet sich verantwortlich für die finanziellen, materiellen und personellen Rahmenbedingungen als wichtige Voraussetzung für eine qualifizierte, pädagogische Arbeit mit christlichem Hintergrund. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes begegnet der Träger Familien aus unterschiedlichen Religionen und verschiedenen sozialen Schichten offen und wertfrei. Die Mitarbeiter/innen werden gestützt und gefördert. Ein Schwerpunkt ist dabei die Förderung der spirituellen Kompetenz. Neue Positionen und Weiterentwicklungen des Kindergartenprofils werden gemeinsam erarbeitet. Der Träger sorgt für eine positive Darstellung des Kindergartens nach außen
Die enge Zusammenarbeit zwischen Träger und Kindergarten findet statt im Kuratorium, im Elternbeirat, in den gemeinsam gefeierten Gottesdiensten, in der Mitwirkung des Kindergartens bei Aktionen der Kirchengemeinde wie z. B. beim Pfarrfest, in der Reflexion und im Austausch mit der Leitung und den Mitarbeiterinnen.